Vom richtigen Umgang mit fremden Hunden

Viele Kinder freuen sich, wenn sie einem Hund begegnen, vor allem, wenn es sich um einen herzigen kleinen Hundewelpen handelt. Den wollen sie dann unbedingt streicheln und mit ihm spielen. Ein Hundebaby wird diese Zuwendung sicher genießen, bei einem erwachsenen Hund muss das aber nicht unbedingt der Fall sein. Und auch die Besitzer mögen es oft nicht, wenn man ihren Hund so einfach - ohne zu fragen - anfasst.

Der richtige Umgang mit fremden Hunden will ebenso gelernt sein wie etwa das Benehmen gegenüber fremden Menschen. Um Konflikte zu vermeiden und Kindern zu helfen, ein unverkrampftes und vernünftiges Verhältnis zu Hunden zu entwickeln, sollte man sie daher auf "hündische" Begegnungen vorbereiten. Die nachfolgenden, von Experten des Wiener "Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung" (IEMT) bereits kindergerecht formulierten Tipps helfen Ihnen dabei.

Behandle einen Hund immer so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest!
Wenn du einem Hund wehtust oder ihn ärgerst, kann er nicht sagen: "Hör´ auf!" Er kann dich nur anknurren - oder sich mit den Zähnen wehren. Das kannst du leicht vermeiden: Spiel mit dem Hund nur so, dass es auch ihm Spaß macht.

Geh´ niemals zu einem fremden Hund, ohne vorher den Besitzer zu fragen!
Die meisten Hunde spielen gerne mit Kindern. Manche Hunde haben aber schon schlechte Erfahrungen mit fremden Menschen gemacht. Frag´ daher immer den Besitzer, ob der Hund es mag, wenn du zu ihm hingehst.

Schau niemals einem Hund starr in die Augen!
Wenn du einem Hund starr in die Augen schaust, so bedeutet das für ihn: "Schauen wir, wer von uns der Stärkere ist!" Da der Hund aber viel stärker ist als du, solltest du ihn nicht zum Kampf herausfordern.

Komm´ dem Hundeschwanz nicht zu nahe, zieh´ nicht dran und tritt nicht drauf!
Ein Hund spricht mit seinem Schwanz. Wenn er zum Beispiel mit dem Schwanz wedelt, so heißt das: "Ich freue mich!" Einen Hund am Schwanz zu ziehen, ist also genau so schlimm, wie wenn dich jemand an der Zunge zieht.

Stör´ einen Hund nicht beim Fressen und versuch´ nicht, ihm sein Futter wegzunehmen!
Für den Hund ist Fressen beinahe das Wichtigste auf der Welt. Wenn man ihm sein Futter wegnimmt, wird er daher sehr böse. Das verstehst du sicher: Du magst es ja auch nicht, wenn jemand ohne zu fragen nach deinem Essen greift.

Ärgere nie einen eingesperrten Hund - vielleicht begegnest du ihm morgen auf der Straße!
Der Hund bellt, um sein Revier gegen Fremde zu verteidigen. Am besten beachtest du ihn nicht und gehst einfach weiter.

Versuch´ auf keinen Fall, Hunde zu trennen, wenn sie miteinander raufen!
Wenn Hunde raufen, ist es oft nicht so schlimm, wie es aussieht: Meist wollen sie nur ausprobieren, wer der Stärkere ist. Ein Mensch, der da eingreift, kann aber leicht gebissen werden. Überlasse es den Besitzern, die Hunde zu trennen.

Ganz wichtig: Lauf´ niemals vor einem Hund davon, auch wenn du Angst hast!
Der Hund ist ein Jagdtier: Wenn du vor ihm davonläufst, wird er dir nachjagen und dich zu fangen versuchen - und er läuft viel schneller als du. Wenn du hingegen stehen bleibst und ihn nicht anschaust, wird auch er dich nicht beachten.
Beweg´ dich nicht, wenn ein Hund dich mit den Zähnen festhält!
Der Hund hat keine Hände und benützt daher seine Zähne, um nach dir zu greifen. Vielleicht hält er deine Hand fest, weil er Angst vor dir hat. Oder er will nicht, dass du von ihm weggehst. Am besten hältst du still und wartest, bis er wieder loslässt.

Spiel´ nur dann mit einem Hund, wenn ein Erwachsener in der Nähe ist!
Hunde sind tolle Spielkameraden - aber sie wissen nicht immer, wann es "genug ist". Manchmal wollen sie ganz einfach nicht loslassen. Dann ist es gut, wenn du jemanden zu Hilfe rufen kannst, der größer und kräftiger ist als der Hund.

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