Verhaltensweisen einer Katze"Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe; ich schwör's Euch!". Es bedurfte eines Poeten (Rainer Maria Rilke), um das Zusammensein mit einer Katze so liebevoll auf den Punkt zu bringen.Dass es auch in der glücklichsten Partnerschaft bisweilen Probleme geben kann, ist keinem fremd, der das Kindergartenalter hinter sich gebracht hat. Also: Warum sollte eine Mensch-Tier-Beziehung stets nur reibungslos verlaufen? Doch auch für diese Art von Zusammenleben gilt der schöne Satz: "Alles verstehen, heißt alles verzeihen." Sollten Sie sich - zum ersten Mal - eine Katze ins Haus holen, so wird Sie an dieser bemerkenswerten Persönlichkeit anfangs vielleicht manches irritieren. Das liegt aber nicht an der Katze, sondern an Ihnen! Weil Sie das Katzenverhalten - in all seinen Facetten - eben noch nicht kennen. Katzenlust... Menschen sind für Hauskatzen - klarerweise - so was wie "Großkatzen". Leider merkt die kluge Mieze bald, dass der geschätzte Zweibeiner nicht wirklich perfekt und z.B. ein miserabler Mäusefänger ist. Hat sie nun die Möglichkeit, hinaus in die Natur - in den Garten - zu kommen, so wird sie ihre eigenen Jagdkenntnisse nützen, um ihren Lieblingsmenschen mit einer (vielleicht sogar noch lebenden) Beute zu beglücken. Dies ist ein Versuch, seiner Begriffsstutzigkeit beizukommen. So tun es ja auch Katzenmütter, die ihren Jungen das Jagen beibringen möchten... Also: quittieren Sie die noble Geste mit Lob und nicht mit Tadel oder einem angewiderten "Pfui" (Beutestücke bitte unauffällig entfernen. Sie haben es ja auch nicht gern, wenn man Ihre Geschenke missachtet!). Wenn Ihre Katze wie toll durchs Wohnzimmer flitzt, dann halten Sie sich am besten raus. Alle Katzen jagen "Phantome" - das ist ganz normal. Auch wenn uns Menschen nicht ganz klar ist, ob sie hinter einer imaginären Beute her sind oder aus purem Übermut mit gewaltigen Sätzen durch die Wohnung fliegen. Heftiges Scharren im "Kistchen" muss sein! Auch in der freien Natur vergraben Katzen, was es zu entsorgen gilt. Schimpfen Sie also nicht, wenn ein paar Körnchen oder Streuteile neben dem Katzenklo landen. Wenn Ihre Katze in den Garten darf, wird sie vermutlich auch Blumen- und Gemüsebeete als Freiland-Toilette betrachten und diese entsprechend umgraben. Bieten Sie ihr in der Nähe einen Sandkasten an. Genügt das nicht, schützt man die Beete mittels einer Schnur, an welcher Alu-Streifen baumeln. Wenn Ihre Katze ein "Plappermaul" ist, werden Sie viel Spaß haben. Falls Sie so ein Prachtexemplar erwischt haben, das gerne Selbstgespräche führt, dann machen Sie sich auf vielfältige akustische Ereignisse gefaßt: Katzen können nämlich nicht nur "Miau" sagen, sondern auch grunzen, meckern, quietschen, piepsen, nörgeln und räsonieren. Wenn sie erst gewohnt sind, zu allem und jedem ihren Kommentar abzugeben, dann haben sie gern auch das letzte Wort. ...und Katzenfrust So wie wir Menschen mancherlei Schrullen entwickeln können, so darf auch eine Katze die eine oder andere Macke zeigen. Es wird schon Gründe dafür geben! Wenn sich Ihre Katze dauernd putzt, so kann es sich - über ihr normales Bedürfnis nach Sauberkeit hinaus - auch um eine Verlegenheitsgeste handeln. Beobachten Sie, in welcher Situation dieses forcierte Putzen auftritt; vielleicht gilt es, Lebensumstände zu ändern! Wenn Ihre Katze ihren Lieblingsschlafplatz plötzlich meidet, aber sonst keine Auffälligkeiten zeigt, so ist das kein Grund zur Sorge; Katzen sind eben so. Wo es ihnen wochen-, monate-, oft jahrelang gefallen hat, da wollen sie plötzlich nicht mehr hin... Vielleicht ist aber auch jemand auf ihrem Platz gesessen, den sie nicht riechen können. Echte Verhaltensstörungen - wie eine plötzlich auftretende Unsauberkeit - entstehen oft aufgrund von Veränderungen im Umfeld. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihre Katze aus dem Gleichgewicht gebracht hat: ein Umzug, neue Personen, neue Tiere im Haushalt, umgestellte Möbel oder - vielleicht nur eine neue Sorte Katzenstreu. Ganz falsch wäre es, die Katze zur "Strafe" mit der Nase in die Pfütze zu stecken. Wenn Ihre Katze in Ihrer Abwesenheit die Wohnung auf den Kopf stellt, so ist das ein Zeichen von "Einsamkeits-Frust". Vor allem Einzelkatzen langweilen sich schnell und auch bei ihnen ist Müßiggang aller Laster Anfang. Sorgen Sie für entsprechende Spielmöglichkeiten, für ein Spielzimmer, aus dem Sie heikle Gegenstände entfernen. Noch besser: Gesellschaft durch eine zweite Katze - etwa durch ein Kätzchen, das von der Erstkatze erzogen werden kann. Sollte Ihre Katze aber einen Schock erlitten haben - einen Beinahe-Autounfall, ein dramatisches Zusammentreffen mit einem Hund oder dergleichen - dann gehen Sie mit ihr am besten sofort zum Tierarzt, auch wenn keine äußeren Verletzungen festzustellen sind. Aufgrund seiner Erfahrung hat er die Möglichkeit, "Angstreize" zu entschärfen. Bei der Therapie müssen Sie dann mithelfen. Ihr Beitrag: viel zärtliche Zuwendung! Letzteres ist natürlich auch die beste "Vorbeugemedizin" gegen viele der oben beschriebenen Symptome - allerdings in der Katze zuträglicher Dosierung. Ähnlich wie wir Menschen sind Katzen nämlich nicht "auf Abruf" immer zum Spielen oder Schmusen aufgelegt, während sie jedoch - genau wie wir - ein ausreichendes Maß an derartiger Zuwendung brauchen. Gerade diese Eigenständigkeit und die damit verbundene starke Persönlichkeit sind es übrigens, was Katzen-Fans so an ihren vierbeinigen Lieblingen schätzen. Von denen es in Österreichs Haushalten immerhin fast eineinhalb Millionen gibt. |
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